Fürstenau im Zeichen des Heiligen Antonius

Seit 330 Jahren erfüllt Fürstenau ein heiliges Versprechen

Schon in weit vergangenen Zeiten wurden die Menschen mit Wetterphänomenen konfrontiert, die ihnen ihre Hilflosigkeit gegenüber den Naturgewalten offenbar machten. Am 13. Juli 1680, am Tage des populären Volksheiligen Antonius von Padua, tobte über dem Köterbergdorf ein nicht enden wollendes, heftiges Unwetter, das im Dorf und in der Feldflur schwerste Schäden und Verwüstungen anrichtete. Wie der Chronist weiter berichtet, glaubten die Menschen, der letzte Gerichtstag sei über sie hereingebrochen. Gegen 14.00 Uhr fiel starker Hagelschlag, begleitet von Blitz und Donner auf das Dorf und die Feldmark und richtete großen Schaden an den Gebäuden, den Feldfrüchten und Bäumen an, die größtenteils völlig entlaubt wurden.
In dieser großen Not, und weil das Unwetter nicht enden wollte, rief der damalige Pfarrer Leander Scheiffers die Bevölkerung in die Kirche, um irgendein Gelübde zu tun, dieses schlimme Wetter abzuwenden. Man gelobte Gott, den Tag des Heiligen Antonius für immer zu seinen Ehren in der Gemeinde zu begehen und alljährlich eine Prozession durch das Dorf abzuhalten. War in den Ursprüngen des Gelübdes noch ein strenges Fast- und Abstinenzgebot für Mensch und Tier vom Beginn des Festtages bis zum Ende der Prozession einzuhalten, hat sich diese Tradition doch ein wenig im Verlauf der Jahrhunderte gelockert.
Seit nun 330 Jahren löst Fürstenau das Gelübde ein, das die Vorfahren der Bewohner des Köterbergdorfes feierlich leisteten und das vom damaligen Corveyer Fürstabt bewilligt und bestätigt wurde.
Nach wie vor und in dem Gelübde eingebunden, werden die Votivmessen zu Ehren des Heiligen Antonius an den neun Dienstagen vor dem Passionssonntag gefeiert. In der Vergangenheit und bis heute üben sie auf die Fürstenauer, aber auch auf auswärtige Verehrer des Heiligen eine große Faszination aus, so dass die Pfarrkirche St. Anna regelmäßig bis auf den letzten Platz gefüllt ist.
Die Antonius-Dienstage werden jeweils am vorausgehenden Montag um 19.00 Uhr mit einer Festandacht mit Lichterprozession eröffnet. An jedem der Antonius-Dienstage ist ab 9.00 Uhr Beichtgelegenheit und um 9.30 Uhr das Levitenhochamt mit Festpredigt.

Die neun Antonius-Dienstage des Jahres 2011 stehen unter dem Leitgedanken: „Wort des lebendigen Gottes“.

15. Februar:
Thema: „Durch das Wort des Herrn wurde die Himmel geschaffen“ Das Lied der Schöpfung (Ps 33)
Prediger: Monsignore Andreas Kurte , Paderborn
22. Februar:
Thema: “Gottes Wort geschah zu mir” Der Auftrag des Propheten (Jer 1)
Prediger: Diakon Roland Ogorzelski, Höxter
01. März:
Thema: „Mir geschah nach deinem Wort“ Der Glaube Mariens (Lk 1)
Prediger: Pfarrer Anton Honisch , Lüchtringen
08. März:
Thema: „Das Wort ist dir nahe“ Die Botschaft des Moses und des Paulus (Dtn 30 und Röm 10)
Prediger: Pastor Detlef Stock, Schötmar
15. März:
Thema: “Er tat seinen Mund nicht auf” Das Leiden des Gottesknechtes
Prediger: Diözesanpräses der kfD Roland Schmitz, Paderborn
22. März:
Thema: „Du hast Worte des ewigen Lebens“ Das Bekenntnis des Petrus (Joh 6)
Prediger: Pfarrdechant Ludger Eilebrecht, Höxter
29. März:
Thema: „Rede Herr, Dein Diener Hört“ Die Berufung des Samuel (1 Sam 3)
Pediger: Prälat Heinrich Festing , Falkenhagen
05. April:
Thema: „Sag nur ein Wort“ Der Hauptmann von Kapharnaum (Luk 7; Mt 8; Joh 4)
Prediger: Pfarrer Wilhelm Koch, Brakel
12. April:
Thema: „Wir haben diesen Schatz in irdischen Gefäßen“ Die Botschaft des Paulus (2 Kor 4)
Prediger: Pastor Daniel Jardzejewski, Ostenland


Ein Bericht von Antonius Westermeier

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